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Experts Talk: Stefan Sallandt über den Wandel als die überlebenswichtige Eigenschaft der Marke

Stefan Sallandt hat als Brand Manager aus Passion in Europa und Asien schon immer zwischen unterschiedlichen Kulturen vermittelt. Seine Heimat ist die jeweilige Marke. Bei Procter & Gamble baute er das Beauty-Geschäft aus und leitete das Baby Care- und Waschmittel-Geschäft. Nachdem er erfolgreich Duracells Abspaltung als eigenständiges Unternehmen innerhalb der Holding managte, übernahm er die Geschäftsleitung von Mattel in Frankfurt. Seit Juli 2021 entwickelt der Markenstratege als CEO von burgbad die Geschäfte des Badmöbelspezialisten für die in Istanbul ansässige Holding ECZACIBASI weiter. Am 25. Juni 2022 war er zu Gast beim Brand Forum in Brand.


Was macht burgbad zur Marke?
Uns allen ist klar, dass eine gute Marke aus dem Versprechen bestimmter Werte und der erfolgreichen Kommunikation bestimmter Emotionen entsteht. Ob und wie diese Markenbildung gelingt, hängt auch vom Produkt und seinem spezifischen Markt ab. Im Falle von burgbad sind es hochwertige, designorientierte Badmöbel und -ausstattungen sowie die dreistufige, durch handwerkliche Strukturen und technische Anforderungen geprägte Sanitärwirtschaft.

Was zeichnet die Marke burgbad aus?
Zunächst erfüllt burgbad sehr glaubwürdig zwei der wichtigsten Kriterien für ein nachhaltiges Branding: Kontinuität und ein verlässliches Qualitätsversprechen. Das wiederum ist eng verbunden mit deutscher Produktion und mit Nachhaltigkeit – zwei Werten, die die Marke stark bestimmen und ganz wesentlich zu ihrer Stärke beitragen. Zudem definieren wir die Marke als innovativ und als souverän im Sinne einer selbstsicheren, eigenständigen Entwicklung. Nicht umsonst gilt burgbad heute als Weltmarktführer für individuelle Lösungen im Premiumsegment.

An wen richtet sich das Markenversprechen von burgbad?
Da wir als Partner im dreistufigen Vertriebsweg nur wenige Touchpoints zum Endkunden haben, ist der Servicegedanke für burgbads Beziehung zum Groß- und Fachhandel sowie zum Handwerk von entscheidender Bedeutung. Trotzdem richten wir uns in der Kommunikation an den Endnutzer: Wir schaffen Badträume, die so individuell sind wie die Menschen. Heute transportieren wir als Premiummarke einen einzigartigen „Way of Life“ fürs Bad. Schon 1966 haben wir uns auf Badmöbel spezialisiert. Das hebt uns immer noch von den meisten unserer Wettbewerber ab, die das Badmöbel eher als Ergänzungssortiment entwickeln.

Was macht generell eine Marke zu einer guten Marke?
Die Stärke einer Marke zeigt sich darin, dass sie sich weiterentwickelt, ohne ihren Kern zu verlieren oder zu verleugnen.

Was heißt das konkret für burgbad?
burgbad will nicht nur Qualitätsprodukte für das Bad bauen, sondern seinen Kunden Gestaltungsfreiheit schenken, um ihr individuell schönes Bad zu gestalten. Dafür haben wir Manufaktur und Industrie 4.0 vereint. Mit unserem Sortiment lassen sich über 30 Millionen potenzielle Kombinationen konstruieren! Ohne eine moderne digitalisierte Fertigung und ein digitalisiertes Auftragsmanagement wäre das nicht handelbar.

Wie passt sich die Marke burgbad sonst dem steten Wandel an?
Das Badezimmer ist in den letzten 20 Jahren zum Lifestyle-Raum geworden. Durch unseren Designanspruch haben wir davon profitiert: Das Badmöbel definiert wie kein anderes Produkt den Style des Badezimmers. Mit unseren Kollektionen und unseren Innovationen sind wir zum Impulsgeber in der Branche geworden.
Bei vielen, vor allem kleineren Traditionsunternehmen ist das Gegenteil von Beharrungstendenzen zu spüren: Sie bauen ihre dauerhafte Existenz auf stetem Wandel auf. burgbad ist ein solches Unternehmen. Es hat eine starke Innovationskultur und hat sich stets entlang der Kundenbedürfnisse und des Marktes weiterentwickelt.

Was waren entscheidende Erfolgsfaktoren auf diesem Weg?
Bei einem Unternehmen unserer Größe ist Agilität entscheidend: Also der Führungswille, durch Innovation und Anpassung wettbewerbsfähig zu bleiben. Plus das Vertrauen der Mitarbeiter, diese Wege mitzugehen. Was wir lernen mussten, ist die strategische Integration von Nachhaltigkeit in die Geschäftsphilosophie und Betriebsorganisation. Heute ist Nachhaltigkeit fixer Bestandteil jeder Unternehmensentscheidung, angefangen vom Energiemanagement über nachhaltige Produkte bis hin zum E-Bike-Fuhrpark für unsere Mitarbeiter.

Über den Autor

Chief Business Development Officer bei Brand Leadership Circle | b.schneider@brand-club.net | Website

Bastian Schneider ist Ökonom und Markentechniker. Seit über 20 Jahren ist er fasziniert von der Idee, das Business aus Markensicht zu betrachten und so entscheidende Wettbewerbsvorteile zu erschliessen.

Als Unternehmensberater unterstützt er Management-Teams mit einem markenorientierten Ansatz dabei, ihre Organisationen von innen zu stärken und ihr Geschäft mit Fokus in eine profitable Zukunft zu führen. In mehr als 30 Branchen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Neben seiner Beratungstätigkeit ist er heute als CBDO beim Brand Leadership Circle (BLC) in Zug (Schweiz) mitverantwortlich für die Weiterentwicklung der Beratungsgruppe und den Aufbau der NextGen-Beratung FOCUSNEXT.

Zuvor war Bastian 4 Jahre BLC Strategiechef, hat 6 Jahre die Strategiearbeit von Hotz Brand Consultants geleitet, in 7 Jahren Beratungs- und Forschungstätigkeit am Institut für Markentechnik Genf eine fundierte Kompetenz als Markentechniker ausgebildet und davor mit Freunden parallel zum Studium der Wirtschaftswissenschaften in Witten/Herdecke (Deutschland) die NOHETO! Managementberatung gegründet und 5 Jahre geführt.

Auf seinem Blog markenzukunft.com schreibt er leidenschaftlich über die Themen Marke und Zukunft.

Bastians 3 wichtigste Anliegen im Brand Club:

• Brand Club Internationalisierung
• Die Marke als Zentrum der Unternehmensstrategie zur Chefsache machen
• Den Austausch zwischen Markenexperten, Markenmachern und Markeninteressierten fördern und tief in den Kaninchenbau der Markenführung vordringen

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